SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 12

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Die Bilder von Flüchtlingen in der EU wecken bei vielen Europäern Überfremdungsängste. In der aktuellen Flüchtlingskrise ist oft die Rede von einer „neuen Völkerwanderung“. Ist dieser Vergleich mit der Spätantike weiterführend?

Im dritten und zweiten Jahrtausend v. Chr. durchwanderten Nomaden die Steppen Zentralasiens und Südrusslands. Aus dieser Masse lösten sich irgendwann die Germanen, die vorwiegend von Viehzucht und Raubzügen lebten. Sie siedelten an der Ostsee, im heutigen Niedersachsen und in Skandinavien.

Zur Ruhe kamen sie dort aber nicht. Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. brachen mit Kimbern und Teutonen erstmals germanische Stämme ins römische Reich ein, wo sie zunächst für Kelten gehalten wurden. Doch die Römer merkten bald, dass sie es auf einmal mit einem neuen, unbekannten Volk zu tun hatten. Tacitus beschreibt die Germanen als Menschen mit wilden blauen Augen, rötlichem Haar und ungeschlachten Leibern. Sie galten bei den Römern als streitsüchtig und arbeitsscheu.

Auch heute ist der Begriff „Völkerwanderung“ berechtigt. Damals wie heute handelt es sich um den Druck aus armen, aber bevölkerungsreichen Ländern auf reiche, wohlhabende Völker.

Der wichtigste Unterschied besteht wohl darin, dass die Germanen in der Völkerwanderung bewaffnet kamen, während die Flüchtlinge heute unbewaffnet sind.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 11

11 Titel

 

Die alte Rechtsstadt Salza wurde mit ihren Vorstädten, der Jacobstadt und der Neustadt, während der Besitzstreitigkeiten zwischen dem Thüringer Landgrafen Friedrich II. und dem Mainzer Erzbischof  im Februar 1346 in Schutt und Asche gelegt. Ein Großteil der Bevölkerung kam dabei ums Leben.

Doch wie „ein Phönix aus der Asche“  erblühte die Stadt während der folgenden 100 Jahre in neuem Glanz und neuer Größe.

Das heutige Weichbild der Altstadt Bad Langensalzas unterscheidet sich nicht wesentlich vom Salza des Zeitabschnittes. Bauliche Veränderungen in Folge der grossen Feuerbrünste und notwendiger Ersatzbauten  folgen nach wie vor den alten Straßenzügen des 14. Jh. Die Straßenführungen sind bis auf wenige Ausnahmen (Neumarkt, Neue Gasse, Hennengasse, Kepfe/Jüdengasse, Karlstraße, Hufelandstraße) die gleichen geblieben. Viele Abschnitte der trockengelegten Mühlgräben sind noch vorhanden und lassen ihren Verlauf nachvollziehen.

In den letzten Jahren wurden, dank liebervoller und aufwendiger Instandsetzung, unscheinbare Gebäude aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt, deren dendrochronologische Baualtersuntersuchungen auf das 14./15. Jh. hinweisen. Diese Häuser lassen uns einen Einblick in das Alltagsleben und in die Wohnbedingungen dieser Zeit geben.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 10

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Vor nun mehr 940. Jahren traf das Heer König Heinrichs IV. und seiner Verbündeten auf die vereinten Streitmächte des rebellierenden sächsischen Adels. Am 9. Juni 1075 errang Heinrich IV. einen spektakulären Sieg in der Schlacht bei Homburg (Unstrut). Zwei Jahre später trat er seinen berühmten Bußgang nach Canossa an, den letzten glanzvollen Triumph seiner Herrschaft.

Im Verlauf des Sachsenkrieges 1073 – 1075 wird der Reichshof Homburg, das spätere Kloster Homburg, zweimal in zeitgenössischen Quellen namentlich erwähnt. Zum einen fand am 13.09.1073 in Homburg ein Fürstenkongress mit Vertretern des Königs und der Aufständischen statt und zum anderen kam es am 09.06.1075 zur Entscheidungsschlacht an der Unstrut. Das Schlachtfeld zog sich von Homburg bis Nägelstedt hin.

Mit dem Heft 10 des Spurensuchers beleuchten wir die Machtverhältnisse im Heiligen Römischen Reich während der Regentschaft Heinrich IV., berichten über die zeitgenössischen Berichte zur Schlacht und zeigen das Grauen eines damaligen Kampfes auf.

Mit der Schlacht in Verbindung zu bringende Funde gibt es bis heute nicht. So sind auch im Archäologischen Landeskataster Thüringens keine speziellen Angaben zur Schlacht bzw. dem Schlachtfeld zu finden.

 

 

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 9 Sonderausgabe

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Anlässlich des diesjährigen  450. Jubiläums des Komturhofes in Nägelstedt gibt der moerBuch Verlag zwei Sonderausgaben des „SPURENSUCHER“ zur Geschichte Nägelstedts heraus.

In dem 2. Teil der Sonderausgabe werden auf der „Kleinen Deutschordensroute“ (St.-Michaels-Kirche, steinerne Brunnenhaus von 1568, Schieferhof, Stiftsgut (ehemalige Komturei), Lohmühle) durch Nägelstedt, die Baudenkmale aus der Zeit, als Nägelstedt noch eine Kommende des Deutsch Ordens war, vorgestellt.

Direkt in der Dorfmitte liegt das wohl bekannteste Gebäude von Nägelstedt, der Schieferhof. Mitten im Dorf, zwischen den zwei alten Siedlungskernen, bildete der freistehende Schieferhof im 16. Jahrhundert quasi das Bindeglied zwischen Unter- und Oberdorf. Der Vorsitzende der „Internationalen historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens“, Prof. Dr. Dr. Arnold, wies, bei einem Besuch im Jahre 2008, auf die Einmaligkeit dieses steinernen Repräsentationsgebäudes hin.

Zu dem Bauherren und dem Zeitraum der Errichtung des Schieferhofes – von vielen auch Komturhof genannt – liegen unterschiedliche Aussagen vor. Fest steht jedoch, dass der heute vorzufindende Bau in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 8 Sonderausgabe

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Anlässlich des diesjährigen  450. Jubiläums des Komturhofes in Nägelstedt gibt der moerBuch Verlag zwei

Sonderausgaben des „SPURENSUCHER“ zur Geschichte Nägelstedts heraus.

In dem 1. Teil der Sonderausgabe „Geschichte der Kommende Nägelstedt und des Komturhofes“ erläutert der Heimathistoriker Dieter Deubner die enge Verbindung Nägelstedts mit dem Deutschen Orden. Hierbei legt er besonderes Augenmerk auf die Geschichte des Deutschen Ordens von seiner Gründung am 19. November 1190 bis in das 13. Jh., die Gründung der Kommende Nägelstedt 1221 und die Situation der Deutschordensballei im 15. und 16.Jh.

In akribischer Kleinarbeit entstand der Entwurf einer Biographie des Landkomturs der Deutschordensballei Thüringen und kurfürstlich-sächsischer Rat, Hans von Germar, der sich 1558 bei seinem Amtsverzicht die Komturei Nägelstedt zur privaten Nutzung übertragen ließ. Hans von Germar war einer der ersten Ordenskomture die zum lutherischen Glauben übergetreten waren und sich verheiratet hatten.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 7

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„Eine Biene lernt fliegen“ die neue Ausgabe des „Spurensuchers“ vom moerBuch Verlag.
Nicht alles war schlecht! Die Verklärung der DDR erreicht heute einen neuen Höhepunkt. Die Verharmlosung des politischen Systems der DDR mit seiner verfassungsmässig alleinregierenden SED an der Spitze, lässt auf die persönliche Unzufriedenheit Einzelner mit ihrer heutigen Situation sowie das Vergessen und Verdrängen persönlicher Erfahrungen und auf historisches Unwissen der jüngeren Generation schließen. Die DDR war nie so, wie sie heute teils beschönigt wird.
Mit dem 7. Band: „Eine Biene lernt fliegen“ der Schriftenreihe „SPURENSUCHER“ wird die Reihe um die Rubrik „DDR Epoche“ erweitert. An einzelnen Beispielen werden die Auswirkungen des 40 Jahre andauernden real existierenden DDR-Sozialismus auf die wirtschaftliche Entwicklung Bad Langensalzas und seine Auswirkungen auf das Leben der Einwohner hinterleuchtet.
Tauchen Sie mit in die Zeit ein, in der die DDR den Westen von 1957 bis 1971 „Überholen ohne einzuholen“ wollte, danach die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ proklamierte und 1989 ihren Zusammenbruch erlitt. Vielen Langensalzaern mag die „Maja“ noch etwas sagen. Sie war ein Bekleidungswerk, welches 1947 in der SBZ in Langensalza gegründet wurde.
Die Gründer des Betriebes hatten eine Vision: Es sollte ein Betrieb mit einer sozialen Betriebskultur und einer wahren betrieblichen Mitbestimmung werden. Trotz aller politischen und wirtschaftlichen Widrigkeiten gelang es ihnen, ihre Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Sie gründeten eine Genossenschaft, in der jeder Mitarbeiter gleichzeitig ein Genossenschaftsmitglied war. Und jedes Genossenschaftsmitglied, egal welche Position es im Betrieb einnahm, hatte einen Genossenschaftsanteil und somit eine Stimme.
Der betriebliche Erfolg gab ihnen Recht. Die fleißige Biene, das Maskottchen der Maja, lernte bis 1972 das Fliegen. Der langsame aber stete Niedergang des Betriebes begann mit der Zwangsverstaatlichung 1972 und endete endgültig im Jahr 1999.

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Wenn es in der Rumpelburg rumpeldipumpelt, treiben keine Räuber ihr Unwesen in der Spielerlebniswelt – nein – es sind Rumpl (das Rumpelgespenst), Tine (die Wasserelfe) und Puck (der Rosentroll). Die drei Freunde leben dort und beobachten tagsüber heimlich das unbeschwerte Spiel der Kinder. Doch dann, wenn kein Besucher mehr in der Rumpelburg ist, gehen die drei Freunde auf die Abenteuersuche.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 6

Heft 6

So wie wir, hatten auch schon unsere Vorfahren Krankheiten, denen Sie machtlos gegenüberstanden. Eine dieser Krankheiten war die Lepra (Aussatz). Die Geschichte des „Hospitals St. Gangolphi“ (Siechenhof) in Bad Langensalza ist mit der Leprakrankheit eng verbunden.

Im Mittelalter konnte diese Krankheit nicht geheilt werden. Um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern, wurden die Leprakranken offiziell aus dem bürgerlichen Leben entlassen und in einen Bereich außerhalb der Stadt überführt.

Für die „Aussätzigen“ war es eine große Erleichterung, als im 13. Jahrhundert das Hospital St. Gangolphi gebaut wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten sie im Bettlertal in einfachen Hütten vor der Stadt leben. Im Hospital hatten sie nun ein richtiges Dach über dem Kopf und wurden versorgt. Ab dem Jahr 1712 galt der Aussatz deutschlandweit als erloschen.

Die Aufgaben der Leprosorien wandelten sich. Basierend auf den Werken der Barmherzigkeit dienten sie ab dem beginnenden 18. Jh. der Speisung, Aufnahme und Bekleidung der Armen, der Beherbergung von Fremden und der Pflege von Alten und Kranken.

Mit der Übernahme des Geländes durch die Diako Westthüringen gGmbH wird diese Tradition weitergeführt. Menschen mit Behinderung erfahren hier nicht mehr die ausgrenzende Fürsorge, sondern eine uneingeschränkte Teilhabe; nicht mehr abwertendes Mitleid, sondern völlige Gleichstellung; nicht mehr wohlmeinende Bevormundung, sondern das Recht auf Selbstbestimmung.

 

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 5

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Kaum hatte sich die Stadt Langensalza von den Folgen des großen Stadtbrandes 1711 erholt, bekam sie die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges zu spüren. Am 15.02.1761 standen sich vor Langensalza Truppen der Preußen und der Franzosen/Österreicher gegenüber. Nur mit etwas Glück entging die Stadt einer erneuten Zerstörung.

Inhalt:

Der Siebenjährige Krieg – Ein erster „Weltkrieg“

Der europäische Kriegsschauplatz

Kriegskosten

Langensalza in der Mitte des 18. Jahrhunderts

Langensalza während des Siebenjährigen Krieges

Gefecht bei Langensalza am 15.02.1761

Regimentsgeschichte des Infanterieregiments Sachsen – Weißenfels

Rekrutierung Mitte 18. Jh.

Ausbildung, Exerzieren und Drill Mitte 18. Jh.

Dienstalltag Mitte 18. Jh.

Militärgerichtswesen Mitte 18. Jh.

Einquartierung Mitte 18. Jh.

SPURENSUCHER – Beiträge zur Geschichte Bad Langensalzas Band 4

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Bei den Recherchen zu diesem Heft stieß das Team des Spurensuchers auf relativ  unbekannte, erstaunliche und nachdenkenswerte Informationen zu dem großen Stadtbrand von 1711 und dem Wiederaufbau Langensalzas im 18. Jahrhundert. Knapp 1000 zerstörte Gebäude, ca. 1200 Obdachlose, 1/3 der Stadt in Schutt – eine riesige Katastrophe. Die Solidarität der Einwohner untereinander, die uneigennützige Hilfsbereitschaft der Nachbarorte und von Einzelpersonen halfen, dass Langensalza wieder aufgebaut werden konnte und die Einwohner wieder Hoffnung schöpften.

Das Stadtbild Bad Langensalzas hat sich in seiner Bebauungsstruktur, der Parzellierung, der Gebäudetypologie und des Straßennetzes nach dem Wiederaufbau der Brandblöcke im 18. Jh. kaum verändert.